Rente ist zum Symbolthema geworden: Symbol dafür, ob Jung und Alt zu fairen Einigungen kom­men können, oder ob der Gesellschaft ein Generationenkonflikt bevorsteht. Angesichts von demografischem Wandel und Arbeitslosigkeit steigt der Finanzierungs­bedarf stark an. Immer mehr Rentnerinnen und Rentnern stehen immer weni­ger Beitragszahlende gegenüber. Die Last kann nicht von einer Generation allein getra­gen werden, weder allein von den Jüngeren noch allein von den Älteren. Beide Genera­tio­nen müssen sich, wenn Erwerbs- und Alters­struktur un­günsti­ger werden, die Belastungen teilen.

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen plädiert dafür, den im Umlage­verfahren organisierten Generationen­­vertrag beizubehalten. Das heißt aber nicht, dass keine Reformen notwendig wären. Ganz im Gegenteil: Das heu­tige System der gesetzlichen Rentenversicherung ist in zweierlei Hinsicht reformbedürftig. Es muss Gerechtigkeit zwischen den Generationen (intergenerationelle Gerechtigkeit) und innerhalb der Generationen (soziale Gerechtigkeit)  sichern. Beide Gerechtigkeitsdimensionen können nicht losgelöst voneinander betrachtet werden.

Die Belastungen für die Rentenkassen, etwa durch den demografischen Wandel oder durch Arbeitslosigkeit, müssen solidarisch von beiden Generationen getragen werden. Ebenso sollten beide Generationen entlastet werden, wenn sich die Verhältnisse wieder bessern. Dies hat die SRzG bereits vor 15 Jahren gefordert und mit ihrem Konzept der „Teilungslösung“ vom ifo-Institut durchrechnen lassen: Die Beiträge dürfen demnach nur erhöht werden, wenn die Rentenanpassung im selben Ausmaß sinkt. Bereits in Gesprächen mit Bundesminister Walter Riester warb die Stiftung für eine solche Teilungslösung, den die Regierung jedoch nicht übernahm, sondern einen wesentlich komplexeren und willkürlichen Abschlagsfaktor einführte.

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen schlägt einen Acht-Punkte-Plan vor, um den Generationenvertrag zu erneuern und die Gesetzliche Rentenversicherung sowie die Riester-Rente generationengerecht zu reformieren:

1. Rentenniveau stabilisieren – aber auch die Beitragssätze!

2. Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln

3. Riesterrente reformieren

4. Mindestsicherung stärken

5. Beamte, Selbstständige und Politiker in die Solidargemeinschaft einbeziehen

6. Erwerbsminderungsrente stärken

7. Versicherungsfremde Leistungen seriös gegenfinanzieren

8. Die junge Generation hat das Vertrauen in die Rente verloren – Generationengipfel einberufen!

Unser Acht-Punkte-Plan im Detail: Positionspapier zur Rentenreform (2017)

 

 

Zum Weiterlesen:

Positionspapier zur Rentenreform (PDF, 2017)
Kurzstellungnahme zum Rentenpaket 2013/14 (PDF, 4 Seiten)
Studie: Generationengerechte Rentenpolitik (PDF)
Studie: Die Teilungslösung (PDF)
Kurzstudie: Generationengerechtigkeit und Rentenbesteuerung (PDF)


Medienecho

SPIEGEL-Artikel: Die Wutlosen – Warum die junge Generation die Rentenreformen widerstandslos hinnimmt
ZEIT-Gastbeitrag von SRzG-Sprecher Wolfgang Gründinger: Renten für die Babyboomer
Interview mit SRzG-Sprecher Wolfgang Gründinger: „Eine große Ungerechtigkeit“

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Externe Hintergrundinformationen

Stellungnahme des Max-Planck-Instituts für Sozialpolitik und Sozialrecht zur Rentenpolitik, 2017
FAZ: Das Armutsrisiko von Senioren ist besonders niedrig, 8.2.2017

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