Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Parteiendemokratie, die politischen Parteien sind das Herzstück der deutschen Politik. Aber seit den 1970er Jahren verlieren die etablierten Parteien an Mitgliedern, vor allem weil junge Menschen nicht mehr eintreten.

Dabei sind seit der Wahl von Trump, dem Beschluss über den Brexit und dem Erstarken des Rechtspopulismus viele junge Menschen in die Parteien geströmt und so politisch interessiert wie seit Langem nicht mehr. Alleine die SPD verzeichnet seit Anfang des Jahres 15.000 Neumitglieder. Treten junge Menschen in Parteien ein, treffen sie jedoch auf alte Parteistrukturen, die oft noch aus den 1970er Jahren stammen. Da ist es kein Wunder, dass die Parteien kaum noch potentiellen Nachwuchs begeistern können und selbst die neu gewonnen, jungen Parteimitglieder drohen, schnell wieder zu „Karteileichen“ zu werden. Die Folge: Die Parteien überaltern und vertreten immer weniger die Interessen junger Menschen. Ein Teufelskreis, der aber nicht unumkehrbar ist. Ein grundlegender Wandel muss her, damit den Parteien nicht die Luft ausgeht.

Für die Stiftung der Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) steht deshalb fest: Die Parteien müssen wieder generationengerecht sein und handeln. In ihrem Positionspapier macht die SRzG den Parteien dazu elf Vorschläge:

1. Alle Macht den Mitgliedern
2. Zwischenstufe von Mitgliedschaft und Nicht-Mitgliedschaft
3. Öffnung der Strukturen
4. Strukturen vereinfachen
5. Think Tank werden
6. Ortsgebundenheit auflösen
7. Parteitage reformieren
8. Online-Mitarbeit ermöglichen
9. Rotation bei den Ämtern
10. Finanzielle Unterstützung von Kandidatinnen und Kandidaten
11. Kultur des Scheiterns erlauben

„Wenn die etablierten Parteien den Anschluss an die junge Generation nicht verpassen möchten, sollten sie die genannten Punkte beherzigen: Offene Strukturen, mehr Beteiligungsmöglichkeiten, Digitalisierung und die Finanzierung aufstrebender, junger Kandidatinnen und Kandidaten machen Parteien attraktiv für den politischen Nachwuchs“, sagt SRzG-Botschafter Yannick Haan. Gleichzeitig könnten die Parteien damit ihrem Mitgliederschwund entgegenwirken und die Stimmen junger Wähler und Wählerinnen gewinnen. Haan: „Liebe Parteien: Werdet zukunftsfähig.“

Die SRzG hat ihren 11-Punkte-Plan an die Landes- und Bundesspitzen der deutschen Parteien geschickt. Die Stellungnahmen haben wir in einem Bericht für Sie zusammengefasst.

 

 

Unsere Positionen

Positionspapier: Die generationengerechte Partei. Ein 11-Punkte-Plan

 

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Mit diesen elf Punkten werden Parteien generationengerecht – Beitrag von Anna Braam in ‚vorwärts‘
11 Punkte gegen die Parteiverdrossenheit – Interview mit Yannick Haan im Deutschlandfunk Nova