Die Inzidenzzahlen in Deutschland liegen im europäischen Mittelfeld, eine Überlastung der Intensivbetten droht derzeit nicht. Insofern sollten die Schulen sofort wieder geöffnet werden. Der Deutsche Lehrerverband schätzt, dass mindestens 80 Prozent der Schüler schon jetzt wegen der Corona-Krise eine zusätzliche Lernförderung brauchen. Jede Woche nehmen die Lerndefizite weiter zu und die soziale Spaltung verschärft sich (1). Die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft geht laut einem Bericht der „Rheinische Post“ zufolge von rund 1,5 Millionen Schülern aus, bei denen durch die Krise bis jetzt ein stark erhöhter Förderbedarf entstanden ist. Die Autoren rechnen mit einem durchschnittlichen Förderbedarf von rund 100 Stunden pro betroffenem Kind – und kommen so auf eine Fördersumme von 1,5 Milliarden Euro für Nachhilfe.

Immer mehr deutsche Bundesländer wollen ab dem 19. April eine Testpflicht einführen, wie sie schon z.B. schon in Sachsen und Österreich gilt. Endlich! Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um sukzessive wieder zu Präsenz-Unterricht wie vor der Pandemie zu kommen. Ein Lockdown ist ein wirksames Mittel der Seuchenbekämpfung, aber dieses Mittel gab es auch schon im Mittelalter gegen die Pest. Was wir heute dem Mittelalter voraushaben sind Corona-Tests und Corona-Impfungen.

Es gibt zwei Arten, wie Schüler*innen-Testungen (Laienselbsttests) erfolgen können:

A) Tests vor Antritt des Schulwegs durch die Eltern bzw. mit deren Hilfestellung

B) Tests in den Schulen, aber vor Betreten der Klassenzimmer unter Anleitung der Lehrer*innen oder geschulter Dritter

Bei Variante A liefert die Landesregierung die Laienschnelltests an die Kommunen, diese geben sie an die Schulen weiter, diese wieder lassen sie den Eltern zukommen. Die Eltern verpflichten sich in einem Formular, nur getestete Kinder zur Schule zu lassen. Zudem sollten Schüler und Schülerinnen verpflichtet werden, ihren tagesaktuellen Test von zu Hause aus mitzubringen und in der Schule am Eingang abzugeben. Beispielsweise gibt das Land Berlin die Tests direkt an die Eltern bzw. Schülerinnen und Schüler und erklärt ihnen, wie diese zu handhaben sind (2). Datenschutzprobleme gibt es hier keine.

Variante B bindet die Lehrkräfte stärker ein (3). Während des Tests sind die Schüler*innen nur mit sehr wenigen anderen Personen in einem abgesonderten Schulraum, schon weil man ja vor dem Test zur Sicherheit Schüler*innen so behandeln muss, als hätten sie Corona. Im Fall eines positiven Tests muss das Kind dann wieder nach Hause gehen. Auch hier sind die Datenschutzprobleme gering, aber größer als bei Variante A. Ganz grundsätzlich werden wir diese Pandemie sowieso nicht bekämpfen können, wenn wir nicht die dafür nötigen Daten erheben.

Die SRzG spricht sich für Variante A aus und hat dafür einen Appell an die Eltern gestartet:

https://www.change.org/eltern-gegen-corona

 

Quellen:

1) Siehe frühere Pressemitteilungen der SRzG zu den unterschiedlichen Auswirkungen der Schulschließungen auf benachteiligte und gutsituierte Familien: https://generationengerechtigkeit.info/wp-content/uploads/2021/03/Aktion_Selbsttest-fuer-mein-Kind-vor-Schulbesuch-2021-03-21-1.pdf

2) https://www.youtube.com/watch?v=Lr6PFWSlxzg

3) Wie das funktioniert, sieht man z.B. in diesem Video: https://www.rtl.de/cms/oesterreich-kinder-duerfen-wieder-in-die-schule-wenn-sie-den-nasenbohrer-test-bestehen-4700133.html